Category Archives: Brunchbuffet

Rotwild aska Fargo

„Draußen in der Stadt. Wanderer halten an, den Atem. Kehren ein, und wieder. Ein rüdes Wort, dem Hunde. Stolpern und stapeln, zertretenes Grün. Boxi.“ – Unbekannter Erdgeist

Für professionelle Krawalltouristen wie uns[1] gehört das Auskundschaften des Walpurgisnachtkiezes zum Routineprogramm. Auf der Grünberger Straße, gleich neben dem Zielona Góra, schickt sich das Fargo[2] an, Friedrichshainer Schickimicki-Gentrifizierung zum Trotz Verweil für Alteingesessene zu sein.

Ja, da steht immer noch Fargo dran. Nein, es heisst Rotwild.

Idyllisch gelegen am Hunde- und Assi-Boxi, mit Blick auf den Spießerbiomarkt und das Resozialisierungsprojekt „Cafe am Boxi“[3] verschlug den überpünktlich eingetroffenen Jeck die Befüllung der Freiluftplätze auf die – immerhin noch gut belüfteten – Fensterplätze.[4]

Hier wird am 1. Mai alles noch viel grüner sein.

Das Lebensgefühl im Fargo[2] ist Norddeutsch. Man setzt sich erstmal. Man genießt den Ausblick. Man denkt über das Leben nach. Man fragt sich, wo eigentlich die anderen Frühstücksblogger bleiben. Dann löst man noch schnell das Energieproblem der Erde, ohne dazu fossile Brennstoffe zu benötigen.[5] Und dann…

…dann wird nach ungefähr 20 Minuten zum ersten Mal der Bediener[6] aufmerksam und widmet sich dem frisch vervollständigten Testerteam. Das kann viele Gründe haben: Vielleicht sind Gästegruppen der Größe N=1 nicht signifikant genug. Vielleicht muß man draußen sitzen, um bemerkt zu werden. Aber vielleicht waren auch einfach nicht genug Bediener da.

Links auf der Theke stand das Büffett.[7] Rechts saßen die Inspektoren.

Das machte sich auch in der TTM[8] bemerkbar. Während die TTT[9] sportliche vier Minuten beträgt, liegt die TTM hingegen bei verpeilerischen 11 Minuten. ABER: Es gab eine höfliche Entschuldigung! Trotz Berlin! Trotz Friedrichshain.[10]

Einer der anwesenden Frühstücksblogger hat eine kleine Teebeutelneurose[11] Glücklicherweise brach die Neurose hier nicht aus. Es handelte sich also um Tee, der sich auch so nennen darf. Schon das Äußere überzeugte: Statt eines Fixminze-Beutels aus der Pappschachtel gab es losen Tee fein verpackt in einen ebenfalls losen Filterbeutel.[12]

Ein Tee, der zumindest schon mal gut aussieht. Lose!

Der Milchkaffee brauchte keinen Zucker, was laut Versuchsperson Zeta ein gutes Zeichen für Heißgetränke dieser Art ist, war gut trinkbar und definitiv keine Krönung[13]. An die heiße Tasse schmiegte sich ein – den Wärmetransfergesetzen der Thermodynamik folgend schon leicht angeflüssigtes – Stück Sarottischokolade.

Das Angebot an Speisen wurde in Berliner Sonntagstradition dargereicht: „Kleenet Jemüschtet uffe Theke vateilt, Alta“. Für alle Non-Native-Speaker: Buffet. Das Frühstücksbuffet ist eine für Tavernen-Betreiber billige und lukrative Variante, Leute am Wochenende abzufrühstücken. Positive Ausnahmen existieren, sind aber selten. Die Regel sind eher „Dienst nach Vorschrift“-Anrichten. Auch das Buffet im Fargo[2] zeichnet sich durch eine fast schon professionelle Beliebigkeit aus. Selbst der Preis ist Mittelmaß: 8,50 Euro ist nicht wirklich billig, aber auch keineswegs zu viel.

Herr Erdgeist verspeiste gelb mit rot.

Der geneigte Leser möge uns nicht falsch verstehen. Das Buffet war durchaus sättigend und auch schmeckend. Die Suche nach dem besonderen, einzigartigen Merkmal; der einen Speise, die uns wieder ins Fargo[14] ziehen wird, lief aber leider erfolglos.[15] Daß die BBB-Crew wirklich alles ausprobiert hat, um die besondere Speise zu finden, soll an dieser Stelle natürlich auch dokumentiert werden:

Herr Pixelbrei nahm den ganzen Rest.

Nach dem ersten Hauptgang genehmigten sich die externen Inspektoren ein weiteres Heißgetränk jeweils derselben Art, das nun mit jeweils 2,40 Euro berechnet wurde. Das erste Heißgetränk ist im Büffetpreis inbegriffen.[16] Erstaunliches Detail: Nachdem Versuchsperson Zeta in Apothekerschrift Notizen gemacht hatte und Versuchsperson 13 mit einem fotografischen Apparat operierte, wurde die zweite Runde in der Hälfte der TTT(1)-Zeit geliefert.[17]

Was ist an diesem Bild falsch?[18]

Damit war genug Flüssigkeit vorhanden, um das Dessert herunterzuspülen. Wir stellen hier im Bild nur eine der gewählten Kombinationen dar, um dem geneigten Leser die Ei-Müsli-Kombination von Versuchsperson Zeta zu ersparen[19]. Die Qualität war halt… okay. Aber das sagten wir ja bereits.

Versuchsperson 13 räkelte sich nach dem Essen versonnen in seiner semibequemen Sitzgelegenheit und ließ einen wohligen „wunderbar“-Seufzer vernehmen. Daß dies zum guten Teil seiner erleuchteten, weisen und gelassenen Geisteshaltung zu verdanken ist, scheint ein passendes Fazit für das Fargo[20] zu sein:

Gut gelaunte Menschen, die keine großen Überraschungen und kein Latteschlürfer brauchen, bekommen hier ein solides Frühstück zum annehmbaren Preis[21] und werden satt. Wer allerdings sowieso schon einen Griesgrampf gefressen hat, wird sich über das frugale Angebot beschweren, sollte aber wahrscheinlich sowieso zu Hause bleiben.

Rotwild aska[22] Fargo, Grünberger Straße 77, 10245 Berlin
Tel. 030 – 29 00 57 19

  1. Die Inertia des Sonntagmorgen überwanden für euch Jeck und erdgeist. []
  2. Entschuldigung: Rotwild [] [] []
  3. Namen recherchieren. Quatsch. Wozu denn, weiß doch jeder, was gemeint ist. So ein Hundfutterkochladen halt. Kein Wunder, daß die rückfällig werden. []
  4. Also die Wand war weg, das Fenster ging bis zum Boden und war quasi ausgebaut. Also fast draußen. []
  5. Wurde natürlich gleich wieder vergessen. Wegen Unterkoffeeinierung. []
  6. Es bediente Sie: Herr Fuchs. []
  7. Das war aber schon weg, als VP13 zurückkam um die fehlenden Fotos zu machen. []
  8. TimeToMilchkaffee []
  9. TimeToTea []
  10. An dieser Stelle bemerkt der geneigte Leser, wie sehr sich der Anspruch der einst stolzen Zunft der Frühstücksblogger der Realität angepasst (lies: gesenkt) hat, wenn solche dem Dienstleistungsgewerbe eigentlich selbstverständlich scheinende Gesten extra erwähnt werden müssen. Dennoch: Ein Lächel-Bienchen an dieser Stelle für den Bediener. []
  11. Er ist der Ansicht, für einen labbrigen Messmerteekannenbeutel nicht teuer Restaurant-Geld bezahlen zu wollen. []
  12. Auch hierbei ist es schon bezeichnend, daß wir das extra erwähnen müssen. Natürlich könnte man an dieser Stelle noch bemängeln, daß zwei Teelöffel Tee auf eine Tasse Tee ein bißchen viel sind, aber hier ist nicht London. []
  13. Ihr wißt schon: Der westverwandtschaftsgeschmuggelte Fegerestekaffee, bei dem man sich immer gut vorstellen kann, er sei durch Onkel Horsts alte Socken gefiltert. []
  14. Rotwild []
  15. Nein, das hat nichts damit zu tun, daß unmittelbar davor 50 Prozent der teilnehmenden Kontrollgruppe ***-Essen in sich gestopft hatte. []
  16. Eigentlich war das bei uns ein bisschen komplexer, aber eine detailgetreue Darstellung der Verhandlungen würden jetzt zu weit führen. []
  17. Wir empfehlen sämtlichen Gästen Berliner Servicebetriebe, immer mal wieder ihr Essen zu fotografieren. Das spornt anscheinend an. []
  18. Der Aufkleber auf der Banane. Wir wissen, dass ihr die Bananen im Großmarkt kauft. Aber wir wollen wenigstens die Illusion, ihr hättet sie gerade frisch vom Baum gepflückt. Also macht gefälligst die verdammten Aufkleber vom Obst ab! []
  19. Ebenfalls unerwähnt müssen die neckischen Anekdoten bleiben, die aus dem altersschwächebedingten Auf-dem-Boden-verteilen von Stiften und Broten und der heroischen Anwendung der 5-Sekunden-Regel erwuchsen. Auch die spontane Selbstheilung der VP13 von seinen jugendlich naiven Vegetarismusexperimenten werden wohl erst in einem späteren Bericht ausgerollt werden. []
  20. Entschuldigung: Rotwild, was es mit dem Verzicht auf den alten Namen auf sich hat, wird dem Leser als Hausaufgabe angetragen. []
  21. Die ebenfalls vertretene Mindermeinung, daß 17 Mark eigentlich zu viel seien, ist ein anderes Thema. Im derzeitigen Berliner Frühstücksmarkt ist der Preis in jedem Falle gerechtfertigt. []
  22. also still known as []

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Filed under Brunchbuffet, Friedrichshain

MS Völkerfreundschaft

Es muß nicht immer Kaviar sein. Man kann auch mal ein stinknormales Frühstück ohne viel Tamtam genießen. Dafür bietet sich das MS Völkerfreundschaft ungemein an. Der Name erinnert an Kinderferienlager, LPGs oder den bekannten Brunnen am Alexanderplatz, wenn da nicht das „MS“ wär. Denn die MS Völkerfreundschaft war ein FDGB-Urlaubsschiff[1], das 1959 von der DDR gekauft worden war. Wenn man also immer brav auf Linie war, gab es zur Belohnung Urlaub auf dem DDR-Traumschiff.

So ähnlich, wie man sich ein Frühstück auf See zu DDR-Zeiten vorstellt, ist auch das angebotene Brunchbuffet. Es gab etwas Käse und Wurst zur Auswahl, Rollmöpse, Grünzeug, Eier, etwas Obst, Joghurt und Cerealien. Dazu wurden die obligatorischen Brötchen und bisher noch nie bei einem Buffet entdecktes Toastbrot offeriert. Ja, so richtig Toastbrot! In Anlehnung an neue Sitten wurden zusätzlich Tomaten und Mozzarella angeboten, was 46halbe aus bekannten Gründen verschmähte.

Wir[2] bedienten uns also selbst. Jens, nach eigener Aussage „nicht so der Frühstücksmensch“, fand die Auswahl „okay“ – mehr an Bewertung war aus ihm nicht rauszuholen.

Der obligate Latte macchiato.

Natürlich wurde zunächst der Begrüßungs-Latte bestellt, dessen Geschmack und äußere Ansicht befriedigend war. Auffallend war die gereichte Flüssigkeitsmenge: gefühlt ein Drittel mehr als sonst. Andrea hatte derweil entdeckt, daß es kostenloses Wlan gab, und war danach im Grunde nicht mehr ansprechbar. Sie guckte nur noch hoch, wenn der Teller leer war.

Eine Auswahl vom Buffet.

Zugegeben: Nachdem man den zweiten Durchgang am Buffet vollführt hatte, wurde es etwas langweilig. Allerdings gibt es Momente, da paßt Angebot und Nachfrage einfach zusammen. Was braucht man schon mehr als ein bißchen Frischkäse mit Wurst und Grünzeug, zumindest an einem Tag wie diesem? Man könnte es fast ein frugales Mahl nennen, dem Wortsinn nach wäre das zwar nicht korrekt, es fühlte sich aber so an.

Es gab auch Joghurt.

Mit dem Joghurt wurde dann langsam zum Desert übergeleitet. Die Kellnerin servierte derweil einen weiteren Latte macchiato – gleichbleibend schmackhaft und dazu freundlich überreicht. Gut gesättigt blieben wir noch eine Weile am offenen großen Fenster sitzen.

Hingehen sollten alle, die einfach nur mal ein unprätentiöses Frühstück vom Buffet aussuchen möchten, morgens freundliche Menschen als Bedienung bevorzugen, danach nur ein paar Minuten zu Fuß die Mitte der Stadt besichtigen und zuvor noch so etwas wie „Szene“ schnuppern wollen.

MS Völkerfreundschaft, Schönhauser Allee 20, 10435 Berlin
Telefon: 030 / 44 04 23 63
Webseite der MS Völkerfreundschaft
Außenansicht

  1. FDGB: Freier Deutscher Gewerkschaftsbund []
  2. Heute erstmals 46halbe mit Jens und Andrea als neues Testteam. []

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Filed under Brunchbuffet, Netz: Gratis, Prenzlauer Berg

Mathes & Lautz

Damals, vor langer Zeit, als Blogs noch eine Nebenbeschäftigung für Nerds waren, war ein Besuch bei Mathes & Lautz der Auslöser für unsere Bemühungen hier. Es war der schnöselige Kellner und die vergammelten Johannisbeeren, die uns zu Web2.0-Spacken werden ließen. (Den alten Artikel gibt es im Archiv.)

Nun also der zweite Versuch. (Wie genau es dazu kommen konnte, erfahrt ihr in aller Ausführlichkeit im Podcast am Ende des Artikels.)

1. Gang vom Buffet, links Filterkaffee, rechts Beuteltee. Alles inklusive: 9,20 €

Als kompetente Fachjury sind diesmal Squee, 46halbe, Redeemer und Jeck Pixelbrei am Start. Die Jury ist nicht nur zu gleichen Teilen mit männlichen und weiblichen Teilnehmern besetzt, sondern auch zur Hälfte mit unvorbelasteten Essern, die noch nie hier waren.

Das Frühstücksangebot ist stark eingeschränkt. Werktags ist kein
Frühstück mehr erhältlich, nur am Wochenende gibt es für sagenhafte 9,20 Euro ein Brunchbuffet. Der Preis ist deftig, allerdings sind Filterkaffee, verschiedene Teesorten, Milch und Kakao dabei.

Redeemer möchte an dieser Stelle betonen, daß kein einziges Ei oder eiähnliches Produkt am Buffet erhältlich war. Das kann man zwar nachkaufen, aber für den Preis hätten wir wenigstens ein kleines Frühstücksei erwartet. Da wir bis jetzt nur die Regel kannten “Enthalten ist, was auf dem Tisch steht”, sind wir davon ausgegangen, daß es Ei nur für Extra-Geld gibt.

Aber Herr Mathes hat uns nochmal eine Mail geschickt und darauf hingewiesen, daß alle Eispeisen im Preis enthalten sind, aber extra geordert werden müssen. Das hätte ja mal jemand sagen können. Jetzt ist nur noch die Frage, ob hier Ei-Sparerei betrieben wird oder die Eier extra-frisch auf den Tisch kommen sollen…

2. Gang, rechts sieht man die Wraps.

Einziger Höhepunkt waren die frischen Erdbeeren mit Vanillesoße und die sehr leckere Creméspeise mit wahrscheinlich echter Bourbonvanille.

Ansonsten war das Buffet okay. Alles, was aufgetischt wurde, war von guter Qualität: Schweinefleisch mit Zwiebelsoßenschmonz; geschnittene Wraps mit Schinken und Salat; eingelegte, etwas vermanschte Garnelen und gebratene Speckstreifen haben wir gerne gegessen, auch wenn sie nicht überragend waren.

Und genau das ist der Punkt, warum wir keine bedingungslose Empfehlung für das Frühstücksbuffet bei Mathes & Lautz aussprechen können. Bei einem Preis, der deutlich über dem Berliner Standard liegt, erwarten wir mehr. Das Buffet ist wie gesagt in Ordnung – aber das war es dann auch. Kein dunkles Brot, fast keine Zutaten, nach denen man sich wirklich die Finger leckt, irgendwie vermissen wir das besondere Flair.

Klar, letztlich kommt man billiger weg, wenn man keine zusätzlichen Getränke ordert. Aber Filterkaffee und Beuteltee (Jacobs und Meßmer) sind schon lange tot und nicht wirklich jedermanns Sache.

Der Beweis: Die Beeren sind gut!

Was uns sehr gefreut hat, ist, daß die Kellnerinnen im Gegensatz zum letzten Besuch sehr freundlich, zuvorkommend und aufmerksam waren. Und: Die Johannisbeeren waren dieses Mal sauber.

Also: Hingehen sollten alle, die für unter zehn Euro gutes Frühstück ohne Ei aber mit Filterkaffee möchten, daß wirklich satt macht und sich unter handtaschentragenden Hochsteckfrisurenträgerinnen wohlfühlen.

Mathes & Lautz, Kollwitzstraße 87, 10435 Berlin
Telefon: 030 / 44 32 83 20
www.matheslautz.de

Und jetzt gibt es noch den versprochenen Podcast:

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Filed under Brunchbuffet, Podcast, Prenzlauer Berg

Tempobox

Frühstücksbuffet: 6,90 € / Tee 1,60 €

Am Sonntag auf der Simon-Dach-Straße ein Café zu finden, dass statt Brunch eine normale Frühstückskarte anbietet, ist nicht einfach und wir sind an diesem Auftrag auch gescheitert. Nach einem Blick auf das Buffet wollten wir es schließlich im Tempobox versuchen.

Eines war von Anfang an klar: Das Tempobox hat einen guten Ruf. Wir mussten zu unserem Entsetzen feststellen, dass auf allen guten Tischen ein “reserviert”-Schild von Foster stand. Glücklicherweise kam Hilfe in Gestalt einer sehr netten Kellnerin, die unsere ratlose Entschlusslosigkeit auflöste, indem sie kurzerhand einen reservierten Tisch mit bequemen Sofa für uns freimachte.

Der Tee war leider nicht so besonders, wie so oft gab es nur einen Beutel einer bekannten Marke, die ich auch im Supermarkt kaufen kann. Dafür war das Buffet sehr lecker. Wie immer habe ich mich nicht gross mit Brot oder anderen platzfressenden Beilagen aufgehalten. Doch damit nicht genug: Das Tempobox bietet so viel warmes Essen, dass man damit einen ganzen Teller fühlen kann, auch wenn man von jedem Gericht nur einen Löffel nimmt.

Im Preis inbegriffen: Der zweite Gang. So oft man will.

Während der herzhafte Teil in “gehobene Mittelklasse” eingeordnet werden kann, ist der süße Bereich ein Traum. Frisches Obst, Pudding, Süßspeisen und zwei verschiedene Kuchen. Da ich auch hier von allem kosten musste, konnte ich mich danach kaum bewegen. Doch das Beste hatten wir uns zum Abschluß aufgehoben:

Einfach, aber gut: Selbstgemachte Waffeln.

Nach den selbstgemachten Waffeln – lecker! – wollte ich nur noch raus, da ich fürchtete eine weitere Portion nicht mehr zu überleben. Doch die Kellnerinnen waren in dem mittlerweile gefüllten Lokal so viel zu tun, dass ich mich bis an die Kasse schleppen musste. Anscheinend sind drei Leute für eine bis an den Rand gefüllte Kneipe dieser Größe doch zu wenig. Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Die Kellnerinnen gehören zu den nettesten, die mir bis jetzt begegnet sind.

Glücklicherweise habe ich diesen Vormittag trotzdem überstanden, da mich ein Verdauungsspaziergang vor dem plötzlichen Explosionstod rettete. Sehr zu empfehlen ist für diese Zwecke der ganz in der Nähe befindliche Boxhagener Platz, auf dem am Sonntag ein Flohmarkt stattfindet.

Tempobox, Simon-Dach-Str. 15, 10245 Berlin
Telefon: 030 / 740 788 61
www.tempo-box.de

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