Author Archives: jeck

Mathes & Lautz

Damals, vor langer Zeit, als Blogs noch eine Nebenbeschäftigung für Nerds waren, war ein Besuch bei Mathes & Lautz der Auslöser für unsere Bemühungen hier. Es war der schnöselige Kellner und die vergammelten Johannisbeeren, die uns zu Web2.0-Spacken werden ließen. (Den alten Artikel gibt es im Archiv.)

Nun also der zweite Versuch. (Wie genau es dazu kommen konnte, erfahrt ihr in aller Ausführlichkeit im Podcast am Ende des Artikels.)

1. Gang vom Buffet, links Filterkaffee, rechts Beuteltee. Alles inklusive: 9,20 €

Als kompetente Fachjury sind diesmal Squee, 46halbe, Redeemer und Jeck Pixelbrei am Start. Die Jury ist nicht nur zu gleichen Teilen mit männlichen und weiblichen Teilnehmern besetzt, sondern auch zur Hälfte mit unvorbelasteten Essern, die noch nie hier waren.

Das Frühstücksangebot ist stark eingeschränkt. Werktags ist kein
Frühstück mehr erhältlich, nur am Wochenende gibt es für sagenhafte 9,20 Euro ein Brunchbuffet. Der Preis ist deftig, allerdings sind Filterkaffee, verschiedene Teesorten, Milch und Kakao dabei.

Redeemer möchte an dieser Stelle betonen, daß kein einziges Ei oder eiähnliches Produkt am Buffet erhältlich war. Das kann man zwar nachkaufen, aber für den Preis hätten wir wenigstens ein kleines Frühstücksei erwartet. Da wir bis jetzt nur die Regel kannten “Enthalten ist, was auf dem Tisch steht”, sind wir davon ausgegangen, daß es Ei nur für Extra-Geld gibt.

Aber Herr Mathes hat uns nochmal eine Mail geschickt und darauf hingewiesen, daß alle Eispeisen im Preis enthalten sind, aber extra geordert werden müssen. Das hätte ja mal jemand sagen können. Jetzt ist nur noch die Frage, ob hier Ei-Sparerei betrieben wird oder die Eier extra-frisch auf den Tisch kommen sollen…

2. Gang, rechts sieht man die Wraps.

Einziger Höhepunkt waren die frischen Erdbeeren mit Vanillesoße und die sehr leckere Creméspeise mit wahrscheinlich echter Bourbonvanille.

Ansonsten war das Buffet okay. Alles, was aufgetischt wurde, war von guter Qualität: Schweinefleisch mit Zwiebelsoßenschmonz; geschnittene Wraps mit Schinken und Salat; eingelegte, etwas vermanschte Garnelen und gebratene Speckstreifen haben wir gerne gegessen, auch wenn sie nicht überragend waren.

Und genau das ist der Punkt, warum wir keine bedingungslose Empfehlung für das Frühstücksbuffet bei Mathes & Lautz aussprechen können. Bei einem Preis, der deutlich über dem Berliner Standard liegt, erwarten wir mehr. Das Buffet ist wie gesagt in Ordnung – aber das war es dann auch. Kein dunkles Brot, fast keine Zutaten, nach denen man sich wirklich die Finger leckt, irgendwie vermissen wir das besondere Flair.

Klar, letztlich kommt man billiger weg, wenn man keine zusätzlichen Getränke ordert. Aber Filterkaffee und Beuteltee (Jacobs und Meßmer) sind schon lange tot und nicht wirklich jedermanns Sache.

Der Beweis: Die Beeren sind gut!

Was uns sehr gefreut hat, ist, daß die Kellnerinnen im Gegensatz zum letzten Besuch sehr freundlich, zuvorkommend und aufmerksam waren. Und: Die Johannisbeeren waren dieses Mal sauber.

Also: Hingehen sollten alle, die für unter zehn Euro gutes Frühstück ohne Ei aber mit Filterkaffee möchten, daß wirklich satt macht und sich unter handtaschentragenden Hochsteckfrisurenträgerinnen wohlfühlen.

Mathes & Lautz, Kollwitzstraße 87, 10435 Berlin
Telefon: 030 / 44 32 83 20
www.matheslautz.de

Und jetzt gibt es noch den versprochenen Podcast:

4 Comments

Filed under Brunchbuffet, Podcast, Prenzlauer Berg

Cafe Morena

Das Morena in Kreuzberg war uns[1] eigentlich nur als verrauchte Kneipe bekannt, vorzugsweise für Abende während der Fußball-WM. Die Burger sind recht mächtig und groß, an den Geschmack kann sich Jeck aber nicht mehr erinnern.

Kommen wir aber zu dem, weswegen wir eigentlich hier sind: Frühstück. Der Tageszeit angemessen (12 Uhr), war unsere Kellnerin leicht verpeilt – genau wie 46halbe auch. Bei der Kellnerin drückte sich das so aus, daß sie schlicht nicht die Schnellste war, bei 46halbe anders. Nachdem wir alle aufgewacht waren, konnten wir aber bestellen.

Spanisches Frühstück: 6,10 € / Sencha Lemon: 2,50 €

Die Auswahl an Frühstücken ist nicht sooo groß, aber so gut, daß wir Mühe hatten, uns zu entscheiden. Wir versuchten daher diesmal experimentell, zwei Frühstücke zu ordern, die wir hernach gemeinschaftlich verzehren wollten. 46halbe wußte schon, daß das nicht gutgehen würde. Glücklicherweise gewann sie aber bei “Schere, Stein, Papier” und konnte die von ihr hoch präferierten Unterhälften der Brötchen abgreifen.

Eine Einzelnote können wir nicht vergeben, in der Kombination der Frühstücke aber waren wir ausgesprochen zufrieden. Und satt. Der Eierkuchen (neudeutsch: Pancake) war lecker, fluffig und mit frischem Obst gefüllt. Das kontinentale Frühstück hatte die richtige Zusammenstellung von Zutaten: Käse, Wurst, Frischkäse, Grünkram und ein paar Accessoires.

Frühstück Continental Groß: 7,60 €

Die Abteilung “Kritteln auf hohem Niveau” hat uns lediglich zugetragen, daß der Orangensaft (eigentlich Orangenfruchtsaftgetränk) nicht frisch, sondern aus dem Tetrapack war, der Joghurt zu dünnflüssig und das Ei zu hart gekocht war. Positiv erwähnt werden muß jedoch die Teekarte, die ein reichhaltiges Angebot offerierte. Jeck probierte Grüntee der Sorte “Sencha Lemon” und grinst noch immer. Kann aber auch an dem nach dem Essen bestellten Espresso liegen, der halb/halb mit Zucker genossen wurde. Der Tee war übrigens deutlich besser als der nur durchschnittlich schmeckende Latte macchiato (2,50 Euro).

Hingehen sollten alle, die gerne TAZ lesen, live vorgetragene, fast kostenlose Herzschmerzsongs mögen, morgens etwas Zeit und viel Hunger haben, beim Frühstück gerne surfen und eben nicht zu den Mitte-Pennern gehören.

Cafe Morena, Wiener Str. 60, 10999 Berlin
Telefon: 030 / 24 37 53 31
www.morena-berlin.de

Als besonderen Service gibt es heute noch etwas auf die Ohren. Eigentlich war es als Hintergrundmusik geplant, aber das ist dann doch schief gegangen. Aber hört selbst:

  1. 46halbe und Jeck haben wieder gemeinsam gefrühstückt. []

4 Comments

Filed under À la carte, Kreuzberg, Netz: Gratis, Podcast

±0 ( Plus Minus Null )

Die Begrüßung war äußerst freundlich. Während wir unschlüssig im Etablissement herumstreunten, wurde uns mit forsch-freundlicher Stimme ein Platz an der Sonne angeboten.

Gut gelaunt begab ich mich an den angepriesenen Tisch. Herr C. aus S., der ob des frühen Morgens noch nicht so recht lächeln wollte, folgte mir wie ein treues Schaf an den Tisch. Gemeinsam warteten wir darauf, dass die junge Frau unsere Bestellung aufnehmen würde.

Doch es sollte anders kommen.

Eine nordisch unterkühlte Blondine (mit Pullover! Herr C. will Décolleté!) wollte bald unsere Bestellung aufnehmen. Wir schauten zwar noch in die Karte, aber davon ließ sich die Kellnerin nicht abschrecken. So schickten wir sie mit unseren Getränkewünschen davon und entschieden uns wenig später für einen “Fruchttopf” und ein “Amerika”.

Amerika Frühstück: 7,80 € / Tee: 2,00 €

Das Frühstück machte seinem Namensvetter alle Ehre: Es war zu fettig und schmeckte nach nichts. Die einzelnen Zutaten erweckten außerdem den Eindruck, als ob sie schon zu lange darauf gewartet hätten, auf einem Teller zu landen. Nach kaltem lapprigem Bacon bestand der Höhepunkt aus einem Stück ausgetrockneter Orange. Am besten war der Sirup, aber da kann man ja auch nicht viel falsch machen.

Der Fruchttopf hatte hingegen ein Weihnachtsproblem. Unter der nicht zu aufregenden Fruchtmischung aus Honigmelonen und Orangen verbarg sich eine Trend-Quark-Mischung, die offensichtlich noch vom Winterschlussverkauf übrig geblieben war. Die weihnachtliche Zimtnote wollte nicht so recht zu unserem Platz an der Sonne passen.

Früchtetopf: 4,70 € / Milchkaffee: 5,40 €

Unter der Woche lohnt sich ein Besuch also nicht wirklich. Sehr zu empfehlen ist aber der Brunch, den es hier am Sonntag immer gibt. Außerdem erwähnenswert: Wer nicht viel isst, aber zum Kaffee seine E-Mails checken will, kann auch unter der Woche hier aufschlagen. Das Heißgetränk ist in Ordnung und das WLAN kostenlos. Besonders erwähnenswert findet Herr C. aus S., dass es auf Nachfrage krebserzeugenden Süßstoff gibt.

±0, Grünberger Str. 61, 10245 Berlin
Telefon: 030 / 21 23 96 24

PS: Falls jemand die Seite des Ladens kennt, bitte Bescheid sagen, ich habe sie auf jeden Fall nicht gefunden.

3 Comments

Filed under À la carte, Friedrichshain, Netz: Gratis

Zebrano

Das Zebrano zu besuchen, weckt auf jeden Fall nostalgische Gefühle, weil hier größere Teile unserer[1] Studienarbeit entstanden sind. Der Laden ist nach wie vor sehr gemütlich, was man ja nicht von allen Einrichtungen sagen kann, die sich dem hippen Retro-Berlin-Chic verschrieben haben.

Einziger Wermutstropfen: Die Heizung kommt nicht so recht gegen die große Tür an, obwohl sie durch eine lustige Decke abgedichtet ist, für die bestimmt das ein oder andere Polyester sein Leben lassen mußte.

Danny Devito: 4,60 € / Chai Latte: 2,10 € / Der Brotkorb war für beide.

Apropos Hippness: Die macht auch vor den Getränken nicht halt, ich habe hier zum ersten Mal einen “Chai Latte” probiert. Ein Vergnügen, daß scheinbar eher selten in Anspruch genommen wird, da die Kellnerin durch die Bestellung leicht verwirrt wurde – offensichtlich hatte sie nicht damit gerechnet.

Zu unrecht, denn wie sich herausstellte, ist das genau der richtige Weg, um lecker im Milchschaum herumzustochern, ohne sich einen Koffeinschock zu holen. Der Tee ist hier überhaupt sehr gut und wird in angemessener Art und Weise präsentiert, von Meßmer-Beuteln weit und breit keine Spur.

Das Frühstück ist … solide. Keine großen Überraschungen, keine Spielereien, aber genau die richtige Menge in guter Qualität. Den Vorsprung, den sich das Zebrano durch die Teeauswahl erarbeitet hat, geht hier aber schon wieder flöten.

Little Joe: 4,10 € / Latte Macchiato mit Bonus-Wasser: 2,50 €

Marmelade und Nutella kommen abgepackt in kleinen Plastikdöschen, die Wurst ist aus der Packung. Das erkennt man daran, daß bei den letzten Scheiben lustige Muster eingeprägt sind. Hat man Glück, erwischt man Scheiben aus der Mitte, und die Frische-Illusion ist perfekt.

Das tut der guten Qualität aber keinen wirklichen Abbruch. Nachdem der Teller leer ist, stellt sich genau das richtige Sättigungsgefühl ein. Nicht soviel, daß man sich nicht mehr bewegen kann, aber genug, um eine ausgefeilte Frühstückskritik zu schreiben.

Interessant ist die Namensgebung der Mahlzeiten. Während der Studienarbeit standen bei uns oft die Herren Gandhi (vegetarisch)[2] und Graf Esterházy (Salami) auf dem Tisch. Neben den heute verspeisten Italo-Amerikanern gibt es außerdem noch Spezialitäten wie Muhammad Ali, J.F.K. und Dolly Buster[3].
Negativ ist uns noch aufgefallen, daß das Zebrano zwar einen WLAN-Hotspot hat, dieser aber von der Telekom betrieben wird. Bezahl-WLAN ist nach wie vor rotten! Das sollten auch die hippen Berlin-Ostkreuz-Bars langsam begreifen.

Ein Besuch lohnt sich für alle, die bei entspannter Lounge-Mucke neben bunten 70er-Jahre-Retro-Lampen chillig frühstücken wollen. Mal ehrlich: Was hier kritisiert wurde, ist meckern auf hohem Niveau. Wenn ihr in der Gegend und hungrig seid, ist das Zebrano die richtige Wahl. Zum Verfassen einer weiteren Arbeit würden wir aber raten, bis zum Sommer zu warten, auf Dauer wird es ganz schön kühl um die Hüfte.

Zebrano, Sonntagsstr. 8, 10245 Berlin
Telefon: 030 / 296 365 874
www.zebranobar.de

Kleines Goodie fürs Auge: Einer der besten Kneipen-Flyer, der jemals in Berlin veröffentlicht wurde, kommt aus dem Zebrano:

Der Flyer ist schon ein paar Jahre alt, jetzt also nicht hingehen und dann wundern, wo Bruce bleibt!

  1. Dieser Artikel wurde nach besagtem Frühstück von 46halbe und Jeck Pixelbrei verfasst. []
  2. Die vegetarische Auswahl ist nicht groß, aber alleine dieses Frühstück rechtfertigt den Besuch. []
  3. Iß meine Melonen, Baby! []

Leave a Comment

Filed under À la carte, Friedrichshain, Netz: Kostet

Tempobox

Frühstücksbuffet: 6,90 € / Tee 1,60 €

Am Sonntag auf der Simon-Dach-Straße ein Café zu finden, dass statt Brunch eine normale Frühstückskarte anbietet, ist nicht einfach und wir sind an diesem Auftrag auch gescheitert. Nach einem Blick auf das Buffet wollten wir es schließlich im Tempobox versuchen.

Eines war von Anfang an klar: Das Tempobox hat einen guten Ruf. Wir mussten zu unserem Entsetzen feststellen, dass auf allen guten Tischen ein “reserviert”-Schild von Foster stand. Glücklicherweise kam Hilfe in Gestalt einer sehr netten Kellnerin, die unsere ratlose Entschlusslosigkeit auflöste, indem sie kurzerhand einen reservierten Tisch mit bequemen Sofa für uns freimachte.

Der Tee war leider nicht so besonders, wie so oft gab es nur einen Beutel einer bekannten Marke, die ich auch im Supermarkt kaufen kann. Dafür war das Buffet sehr lecker. Wie immer habe ich mich nicht gross mit Brot oder anderen platzfressenden Beilagen aufgehalten. Doch damit nicht genug: Das Tempobox bietet so viel warmes Essen, dass man damit einen ganzen Teller fühlen kann, auch wenn man von jedem Gericht nur einen Löffel nimmt.

Im Preis inbegriffen: Der zweite Gang. So oft man will.

Während der herzhafte Teil in “gehobene Mittelklasse” eingeordnet werden kann, ist der süße Bereich ein Traum. Frisches Obst, Pudding, Süßspeisen und zwei verschiedene Kuchen. Da ich auch hier von allem kosten musste, konnte ich mich danach kaum bewegen. Doch das Beste hatten wir uns zum Abschluß aufgehoben:

Einfach, aber gut: Selbstgemachte Waffeln.

Nach den selbstgemachten Waffeln – lecker! – wollte ich nur noch raus, da ich fürchtete eine weitere Portion nicht mehr zu überleben. Doch die Kellnerinnen waren in dem mittlerweile gefüllten Lokal so viel zu tun, dass ich mich bis an die Kasse schleppen musste. Anscheinend sind drei Leute für eine bis an den Rand gefüllte Kneipe dieser Größe doch zu wenig. Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Die Kellnerinnen gehören zu den nettesten, die mir bis jetzt begegnet sind.

Glücklicherweise habe ich diesen Vormittag trotzdem überstanden, da mich ein Verdauungsspaziergang vor dem plötzlichen Explosionstod rettete. Sehr zu empfehlen ist für diese Zwecke der ganz in der Nähe befindliche Boxhagener Platz, auf dem am Sonntag ein Flohmarkt stattfindet.

Tempobox, Simon-Dach-Str. 15, 10245 Berlin
Telefon: 030 / 740 788 61
www.tempo-box.de

3 Comments

Filed under Brunchbuffet, Friedrichshain

Xion

“Vitales Frühstück”: 6,60 € / Gegenüber: “Englisches Frühstück”: 6,90 € / Grapefruitschorle: 1,90 €

Nicht so der Bringer[1]. Das ist das Fazit, dass nach einem Besuch im Xion übrig bleibt. Wir sind dort gelandet, weil es denselben Nahmen trägt wie eines der Hauptartefakte in einer fantastischen Geschichte, die wir uns einmal ausgedacht haben. Eigentlich nett gelegen und mit freundlichen Bedienungen sammelten sich viele kleine Fehltritte an, die für sich nicht schlimm wären, aber einen Gesamteindruck hinterlassen, der nicht so schmeichelhaft ist.

Alles begann damit, dass wir für meinen Geschmack etwas zu lange auf die Bedienung warten mussten. Als das Frühstück dann endlich kam, fehlte Brot. Als ich nachfragte, ob wir noch Toast bekommen könnten – schließlich ist es ein englisches Frühstück – bekamen wir prompt noch zwei Vollkornbrötchen. Das Müsli war zu pappig und unspannend. Eine meiner Weintrauben war schimmlig und beim englischen Frühstück waren die Tomaten nicht wie angegeben gegrillt sondern roh.

Ehrlich gesagt ist das alles kein Grund zur Panik. Es ist nicht schlimm, wenn Fehler passieren. Die Frage ist, was man daraus macht. Als wir uns also über die Mängel beklagten, wurde uns erklärt, dass es heute sehr stressig sei[2]. Das war’s. Kein Gratisgetränk, kein Extra-Keks, kein Preisnachlass. Lediglich die Apfelschorle, die wir nicht bestellt hatten, die aber trotzdem auf unserem Zettel gelandet war, wurde freundlicherweise gestrichen.

Hingehen sollten: Alle, die Lust auf Abenteuerfrühstück haben. Die Detektivarbeit die benötigt wird, um die Frage “Was stimmt an diesem Frühstück nicht?”, ist zwar fordernd, wird aber häufig mit interessanten Fundstücken belohnt. Außerdem all jene, die mir davon berichten wollen, dass mein Besuch tatsächlich die Ausnahme war und es dort eigentlich ganz toll ist.

Xion, Pappelallee 56, 10437 Berlin
Telefon: 030 / 44 03 66 88
www.xion-berlin.de[3]

  1. Das gilt leider auch für das Foto. Entschuldigt die schlechte Qualität. Ich habe nur mein Handy dabei gehabt. Meine Empfehlung für alle Frühstücks-Fotografen: Nehmt einen Apparat mit Weitwinkelobjektiv. Erst als ich ihn mal nicht dabei hatte, musste ich erkennen, wie praktisch Weitwinkel gegenüber 08/15-Brennweite ist. []
  2. Die Kneipe war halbvoll und ich habe drei-vier Kellnerinnen und einen Barkeeper gezählt. Wenn es dann immer noch stressig ist, stimmt vielleicht etwas mit der Organisation nicht. Oder war der Koch verliebt? []
  3. Für Informationszwecke viel zu verspieltes Flash-Only-Design. []

2 Comments

Filed under À la carte, Prenzlauer Berg

Westin Grand (nicht wirklich)

“Surf & Turf”: 0 € (Aber man braucht eine Eintrittskarte zum ZDF-Sommerfest.)

Das ZDF-Sommerfest ist, wenn man von der Platzverteilung ausgeht, vor allem eine große Sponsorenveranstaltung. Verschiedene Firmen bieten etwas Essen und/oder Getränke in einem Zelt an, in dem auch die eigenen Produkte präsentiert werden. Im Microsoft-Zelt gab es zum Beispiel Caipirinha mit zuviel Rum und man konnte Tischtennis an einer XBox 360[1] spielen. Kulinarischer Höhepunkt war für mich aber das Essen, dass vom Westin Grand aufgetragen wurde.

Die Garnele fand ich zwar unpassend, aber das Fleisch war sehr zart und der Salat hatte ein superleckeres scharfes aber unaufdringliches Dressing. Durch das Essen hat sich bei mir der Verdacht erhärtet, dass es sich lohnen könnte, beim Kochen mit hochqualitativen Zutaten zu arbeiten. Danach schmeckte das Büffet der ZDF-Kantine einfach nur noch fade, obwohl es ordentlich gemacht war.

Nicht nur Wasser: 0 € (Aber Eintrittskarte.)

Ich habe mich gefragt, wer auf einer Party, bei der es kostenlosen Alkohol und Kakao- und Fruchtsaft-Cocktails gibt, Wasser trinken will. Aus mir unerklärlichen Gründen war der Stand aber immer gut besucht. Auch ich musste zu später Stunde dort aufschlagen, da ich mir den Tequila verdünnen wollte, der das Einzige gewesen war, was in der Microsoft-Bar noch übrig geblieben war.

Mir konnte geholfen werden. Mit “Jolt”. Schmeckt wie die gute alte Club Cola (klebrig, süß und total künstlich), soll aber doppelt soviel Koffein haben.

Verschiedene Zigaretten: 0 € (Auch nur mit Eintrittskarte. Evtl. Langzeitschäden.)

Großartig fand ich den Bauchladen des VDC. Warum waren die auf der Party? Ein letztes Aufbäumen, bevor Rauchen in Deutschland verboten wird? Die beiden jungen Damen schienen sich jedenfalls auch nicht wirklich sicher zu sein, ob es eine gute Idee ist, Zigaretten zu verteilen. Das Photo durfte ich nur machen, nachdem sie sichergestellt hatten, dass es nur für den privaten Gebrauch ist – deshalb der detailgenaue Bildausschnitt.

Ich empfehle den Besuch des ZDF-Sommerfestes jedem, der mal gut, billig und viel Essen möchte. Allerdings hilft es, wenn man Bier oder Wein mag, die Cocktails waren alle eher mäßig. Eine Einladung kann Gerüchten zufolge fast jeder bekommen, der in Berlin irgendwie beim Fernsehen arbeitet oder über die Sponsoren an Karten kommt.

ZDF-Sommerfest auf dem Gelände der Neuen Nationalgalerie am Potsdamer Platz.

  1. Außerdem ein Rennspiel, was ich nicht ausprobiert habe und FIFA WM 2006. Deutschland hat 0:1 gegen England verloren. []

2 Comments

Filed under Mitte, Nicht wirklich Frühstück

Tomasa

“Rustikaler Brunch ”: 8,50 € / Malzmilchkaffee: 2,55 € / Ginger Ale: 2,15 € / Wasser: 0 €

Der Besuch im Tomasa begann sehr seltsam. Weil wir zu viert verabredet waren, setzte ich mich an eine 6er-Sutzgruppe, die aus einem Tisch für vier und einem für zwei Personen bestand. An dem 4er-Tisch saß schon eine Frau, die in ihrem Eisbecher löffelte und ein Telefonat führte.

Von der Kellnerin wurde ich daraufhin begrüßt mit: “Gehören Sie zusammen?” Als ich dies verneinen musste, meinte sie, dass das ja schon fast frech wäre. Ob ich mich nicht umsetzen wolle? Die Welt zu Gast bei Freunden? Aber nur solange man die inoffiziellen Tischabgrenzungen beachtet! Ansonsten heißt es: Willkommen in Deutschland! Ich habe mich dann auf Drängen der Servicekraft in eine 6er-Sitzgelegenheit gesetzt, an der schon zwei Leute saßen. Allerdings am 2er-Tisch. Der Vierer gehörte dann also ganz uns, wie es sich gehört.

Im weiteren Verlauf war die Kellnerin – laut Rechnung Kellner #2 – aber sehr freundlich und zuvorkommend, vielleicht auch um den Fauxpas wieder wettzumachen. Ginger Ale gab es leider nur in den kleinen Flaschen, was auf mich immer wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein wirkt, dafür war Leitungswasser umsonst.

In der Karte wirken die Angebote alle sehr umfangreich und teuer. Nachdem ich wieder einmal mit Entscheidungsproblemen zu kämpfen hatte, schloß ich mich der Wahl eines Mitessers an und bestellte ein “Rustikaler Brunch”. Mit 8,50 Euro sicherlich in der oberen Preiskategorie, aber dennoch lohnenswert. Das Essen war lecker, die Brötchen fast überflüssig und die Teile gut aufeinander abgestimmt.

Einzig der Schinken war mir zu salzig und ich hätte statt Sahne- lieber scharfen Meerrettich gehabt. Dem Padawan schmeckte Roastbeef und Bouletten am Besten, aber er kritisierte die magere Goudascheibe, die sich auf den Teller verirrt hatte. “Es gibt doch so viel leckerere Käsesorten. Zumindest hätte es reifer Gouda und nicht dieses junge Zeug sein können.” Recht hat er.

Hingehen sollten: Alle, die gern des Platzes verwiesen werden, viel Essen wollen und kein Problem damit haben, nur leidlich bequeme Gartenstühle[1] zu bekommen, wenn sie draußen sitzen wollen.

Tomasa, Motzstr. 60, 10777 Berlin
Telefon: 030 / 213 23 45
www.tomasa.de[2]

  1. Zumindest draußen. Stühle aus Rohrgestell und Wäscheleine. Ich fühl mich darin immer wie Quasimodo in einer Hängematte. Kann aber an meinen 1,90 Metern liegen. []
  2. “Tomasa” scheint eine Kette zu sein, auf der Website lässt sich diese Filiale aber nicht finden. []

4 Comments

Filed under À la carte, Schöneberg

Milagro

Sommerfrühstück & Ei: 9,20 € / Gr. Apfelschorle: 2,80 € / Malzmilchkaffee: 2,10 €

Ich gehe immer wieder ins Milagro in der Bergmannstraße, obwohl ich ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu dem Laden habe. Die Bedienung ist nett, das Angebot okay und die Preise erträglich, aber immer wenn ich die Karte aufschlage, weiß ich nicht wirklich, was ich nehmen soll. Ich habe mich dieses Mal für das Monats-Frühstück “Sommer” plus Extra-Ei entschieden.

Das Frühstück war gut, aber nicht wirklich hervorragend. Das ist vielleicht auch der Eindruck, den das Milagro insgesamt bei mir hinterlässt: Im Prinzip alles klar, aber das Essen wirkt ein bisschen wie Dienst nach Vorschrift. Insbesondere der Schinken schmeckte wie frisch aus der Plus-Plastepackung, der Rest war aber in Ordnung. Richtig lecker war einzig das kleine Schälchen mit Mascarpone und Rhabarber-Vanille-Marmelade.

Frühstück New York: 7,50 € / Grapefruitschorle 0,2l: 1,70 € / Milchkaffee: 2,10 €

Als Co-Tester war dieses Mal Squee mit dabei. Sie hatte sich das “New York”-Frühstück ausgewählt, weil sie – ebenfalls nach einer langen und schwierigen Entscheidungsfindung – “mehr als ein gewöhnliches Käsefrühstück wollte”. Als sich auch noch herrausstellte, dass sich hinter “Hash Browns” Rösti-Ecken aus geraspelte Kartoffeln verbergen, gab es kein zurück mehr.

Squee fand das Frühstück lecker aber zu teuer: “Genau die Mischung, die ich haben wollte. Mit Frischkäse, Schinken und Obst und ich habe keine Banane bekommen!” Nur das Rührei sei zu ungewürzt gewesen, aber dafür gebe es ja die schöne große Pfeffermühle. Insgesamt sei das Preisverhältnis etwas aus den Fugen geraten, da der Unterschied zwischen einfachen Angeboten und Frühstück mit kleinen Extras zu groß sei.

Besonders lobend soll noch die Kellnerin erwähnt werden, die sofort mit einem frischen Messer kam, als mir meins vom Tisch viel. Das fand ich – gerade zu Zeiten der WM-gestressten Servicekräfte – sehr aufmerksam. Schön wäre gewesen, wenn das Verhältnis zwischen Kellnern und Gästen besser als 1:alle gewesen wäre.

Milagro, Bergmannstr. 12, 10999 Berlin
Telefon: 030 / 692 23 03
www.milagro.de

Leave a Comment

Filed under À la carte, Kreuzberg