Tomasa

“Rustikaler Brunch ”: 8,50 € / Malzmilchkaffee: 2,55 € / Ginger Ale: 2,15 € / Wasser: 0 €

Der Besuch im Tomasa begann sehr seltsam. Weil wir zu viert verabredet waren, setzte ich mich an eine 6er-Sutzgruppe, die aus einem Tisch für vier und einem für zwei Personen bestand. An dem 4er-Tisch saß schon eine Frau, die in ihrem Eisbecher löffelte und ein Telefonat führte.

Von der Kellnerin wurde ich daraufhin begrüßt mit: “Gehören Sie zusammen?” Als ich dies verneinen musste, meinte sie, dass das ja schon fast frech wäre. Ob ich mich nicht umsetzen wolle? Die Welt zu Gast bei Freunden? Aber nur solange man die inoffiziellen Tischabgrenzungen beachtet! Ansonsten heißt es: Willkommen in Deutschland! Ich habe mich dann auf Drängen der Servicekraft in eine 6er-Sitzgelegenheit gesetzt, an der schon zwei Leute saßen. Allerdings am 2er-Tisch. Der Vierer gehörte dann also ganz uns, wie es sich gehört.

Im weiteren Verlauf war die Kellnerin – laut Rechnung Kellner #2 – aber sehr freundlich und zuvorkommend, vielleicht auch um den Fauxpas wieder wettzumachen. Ginger Ale gab es leider nur in den kleinen Flaschen, was auf mich immer wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein wirkt, dafür war Leitungswasser umsonst.

In der Karte wirken die Angebote alle sehr umfangreich und teuer. Nachdem ich wieder einmal mit Entscheidungsproblemen zu kämpfen hatte, schloß ich mich der Wahl eines Mitessers an und bestellte ein “Rustikaler Brunch”. Mit 8,50 Euro sicherlich in der oberen Preiskategorie, aber dennoch lohnenswert. Das Essen war lecker, die Brötchen fast überflüssig und die Teile gut aufeinander abgestimmt.

Einzig der Schinken war mir zu salzig und ich hätte statt Sahne- lieber scharfen Meerrettich gehabt. Dem Padawan schmeckte Roastbeef und Bouletten am Besten, aber er kritisierte die magere Goudascheibe, die sich auf den Teller verirrt hatte. “Es gibt doch so viel leckerere Käsesorten. Zumindest hätte es reifer Gouda und nicht dieses junge Zeug sein können.” Recht hat er.

Hingehen sollten: Alle, die gern des Platzes verwiesen werden, viel Essen wollen und kein Problem damit haben, nur leidlich bequeme Gartenstühle[1] zu bekommen, wenn sie draußen sitzen wollen.

Tomasa, Motzstr. 60, 10777 Berlin
Telefon: 030 / 213 23 45
www.tomasa.de[2]

  1. Zumindest draußen. Stühle aus Rohrgestell und Wäscheleine. Ich fühl mich darin immer wie Quasimodo in einer Hängematte. Kann aber an meinen 1,90 Metern liegen. []
  2. “Tomasa” scheint eine Kette zu sein, auf der Website lässt sich diese Filiale aber nicht finden. []

4 Comments

Filed under À la carte, Schöneberg

4 Responses to Tomasa

  1. PismoPadawan

    Als „Mitesser“ (welch furchtbar Wort) kann ich mich dem geschriebenen weitgehend anschließen – den Kritikpunkt mit den Stühlen lasse ich aber nicht gelten: Man nimmt sein Frühstück auch nicht draußen ein. Innen ist das Tomasa eine Augenweide, dort stehen auch genügend Tische in verschiedenen Variationen herum.

    P.S.: Du vergaßt, das Wichtigste zu schreiben: dort bekommt man Frühstück bis 01:00 Uhr nachts!

  2. Das Tomasa ist ein empfehlswertes Lokal für Schweröhrige.
    Mein Wunsch die Musik (nicht mein Geschmack) etwas leiser zu machen löste bei der sonst freundlichen Bedienung Kopfschütteln aus.

    Kennt jemand ein musikfreies Cafe ??

  3. Dominique

    Kann die Kritik nicht verstehen, gerade das Tomasa in der Motzstrase gehört für mich zu den besten Restaurants in Berlin. Kein Schnick Schnack sondern gutes Essen. Das Frühstück / Brunch ist abwechslungs-und Ideenreich. Die Preise sind akzeptabel wenn auch nicht billig.

    Ich geh da schon seit 15 Jahren hin und bin von der Qualität der Speisen überzeugt. Die Menge ist immer ausreichend um satt zu werden. Die Bedienung eigentlich immer freundlich. Das man da nicht auf der Couch sitzt stört mich nicht und so unbequem finde ich es nicht.

  4. Don

    Ich kenne das Tomasa (Berlin, Hauptstraße) jetzt seit — gefühlt — 10 Jahren. Es hat stark nachgelassen. Essen und Bedienung sind nach wie vor lecker (äääh, gut). Was ich häufiger ärgerlich finde, ist das Management. Besonders idiotisch finde ich die „Regelungen“, auf die ich hingewiesen werde, wenn ich mit meinem Kind dort zu Gast bin.
    Das Tomasa wirbt mit einem Indoor-Spielzimmer und Outdoor-Spielplatz. Leider darf im Spielzimmer nichts serviert werden. Soll heißen, man hat die Wahl zwischen Essen und Kind beaufsichtigen. Sehr unrealistisch.
    Draußen wurde ich vor kurzem zurechtgewiesen, dass
    (a) kein Spielzeug herumliegen darf und
    (b) Kinder nicht herumlaufen, sondern bei den Eltern oder auf dem Spielplatz sein sollen.
    Das herumliegende Spielzeug würde angeblich die Bedienung behindern. Bei der Vorstellung, alle 5 anwesenden Kleinkinder würden sich auf dem 6 Quadratmeter großen Spielplatz zusammenquetschen war ich nicht sicher, ob ich lachen oder weinen sollte. Auf Diskussionen mit der Managerin hatte ich keine Lust, da sie keinen wirklich lernfähigen Eindruck machte.

    Gäste und Bedienung haben sich übrigens gut mit den Kindern arrangiert.

    Mit Kindern gehe ich nicht mehr ins Tomasa, sondern in eins der naheliegenden Restaurants: Marcello, Del Corso, Pane e Cafe, Lula. Alle maximal 300 Meter entfernt.

    Vielleicht schreibt der Besitzer des Tomasa hier ja mal einen Beitrag, für wie sinnhaft er sein kinderunfreundliches Image hält.

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