Xion

“Vitales Frühstück”: 6,60 € / Gegenüber: “Englisches Frühstück”: 6,90 € / Grapefruitschorle: 1,90 €

Nicht so der Bringer[1]. Das ist das Fazit, dass nach einem Besuch im Xion übrig bleibt. Wir sind dort gelandet, weil es denselben Nahmen trägt wie eines der Hauptartefakte in einer fantastischen Geschichte, die wir uns einmal ausgedacht haben. Eigentlich nett gelegen und mit freundlichen Bedienungen sammelten sich viele kleine Fehltritte an, die für sich nicht schlimm wären, aber einen Gesamteindruck hinterlassen, der nicht so schmeichelhaft ist.

Alles begann damit, dass wir für meinen Geschmack etwas zu lange auf die Bedienung warten mussten. Als das Frühstück dann endlich kam, fehlte Brot. Als ich nachfragte, ob wir noch Toast bekommen könnten – schließlich ist es ein englisches Frühstück – bekamen wir prompt noch zwei Vollkornbrötchen. Das Müsli war zu pappig und unspannend. Eine meiner Weintrauben war schimmlig und beim englischen Frühstück waren die Tomaten nicht wie angegeben gegrillt sondern roh.

Ehrlich gesagt ist das alles kein Grund zur Panik. Es ist nicht schlimm, wenn Fehler passieren. Die Frage ist, was man daraus macht. Als wir uns also über die Mängel beklagten, wurde uns erklärt, dass es heute sehr stressig sei[2]. Das war’s. Kein Gratisgetränk, kein Extra-Keks, kein Preisnachlass. Lediglich die Apfelschorle, die wir nicht bestellt hatten, die aber trotzdem auf unserem Zettel gelandet war, wurde freundlicherweise gestrichen.

Hingehen sollten: Alle, die Lust auf Abenteuerfrühstück haben. Die Detektivarbeit die benötigt wird, um die Frage “Was stimmt an diesem Frühstück nicht?”, ist zwar fordernd, wird aber häufig mit interessanten Fundstücken belohnt. Außerdem all jene, die mir davon berichten wollen, dass mein Besuch tatsächlich die Ausnahme war und es dort eigentlich ganz toll ist.

Xion, Pappelallee 56, 10437 Berlin
Telefon: 030 / 44 03 66 88
www.xion-berlin.de[3]

  1. Das gilt leider auch für das Foto. Entschuldigt die schlechte Qualität. Ich habe nur mein Handy dabei gehabt. Meine Empfehlung für alle Frühstücks-Fotografen: Nehmt einen Apparat mit Weitwinkelobjektiv. Erst als ich ihn mal nicht dabei hatte, musste ich erkennen, wie praktisch Weitwinkel gegenüber 08/15-Brennweite ist. []
  2. Die Kneipe war halbvoll und ich habe drei-vier Kellnerinnen und einen Barkeeper gezählt. Wenn es dann immer noch stressig ist, stimmt vielleicht etwas mit der Organisation nicht. Oder war der Koch verliebt? []
  3. Für Informationszwecke viel zu verspieltes Flash-Only-Design. []

2 Comments

Filed under À la carte, Prenzlauer Berg

2 Responses to Xion

  1. Großartige Idee, dieser Blog, wird sofort abonniert!

    Ich habe noch einen Tipp für dich: das Café Xenzi in der Selchower Straße 31 / Neukölln (U8 Boddinstraße).

    Ich liebe einfach die Atmosphäre da, die aufmerksamen, netten Kellner und das beste Käserührei, das ich kenne (unbedingt probieren!). Und außerdem ist es schön preiswert dort.

    Liebe Grüße aus Neukölln!

    Anne

  2. Boddinstraße liegt schon fast außerhalb meiner Einflugschneise, aber falls es mich mal in den Süden verschlagen sollte, werde ich da mal reinschauen. Vielen Dank für den Tipp!

    Jeck

Schreibe einen Kommentar