Anna Blume

Wo schlürft man auch im Winter einen gut abgestimmten Aperol Spritz in ausreichender Schankgröße, ohne sich zu blamieren? Natürlich im Prenzlauer Berg, wo sich in der kalten Jahreszeit die Touristen mit den Einheimischen vermischen. Glücklicherweise waren weder unter den einen noch den anderen die in dieser Gegend nicht selten speisenden Schürzenjäger dabei.

Unsere Wahl fiel diesmal auf das „Anna Blume“ in der Kollwitzstraße. Und wir[1] wollen das Ergebnis unseres Tests gleich vorwegnehmen: Wir waren sehr zufrieden und werden dorthin bei Gelegenheit zurückkehren. Das empfiehlt sich schon deshalb, weil man im Sommer auch draußen sitzen kann.

Anders als im nahegelegenen Sowohl als auch kann man im „Anna Blume“ aber bei Überfüllung in dieser Jahreszeit nicht draußen verweilen. Vielleicht verscherzten es sich die Besitzer mit dem ortsansässigen Tankwart, so dass die in Berlin sowieso auf der Abschussliste befindlichen Heizpilze nicht mehr befüllt werden konnten.

Bevor die bestellten Speisen bei uns landeten, lieferte uns die Bedienung bereits einen recht ansehnlichen, aber kleinen Brotkorb:

brotkorb

Der Brotkorb für zwei Personen im „Anna Blume“ ist knapp bemessen, der Inhalt kann aber nachbestellt werden.

Nur wenig später gesellte sich der dazugehörige Frühstücksteller zu uns an den Tisch, dessen Höhepunkt nach Auskunft von Karl-Dieter die köstliche Erdbeermarmelade war. Ansonsten fand sich auf dem Teller eine Fülle von Speisen, teilweise auf originell anmutenden Utensilien dargeboten, welche wir fast als Wegtragsel eingesteckt hätten. Der Brotkorb musste aufgrund der breiten Auswahl bald mit Brötchen nachgefüllt werden.

alpenrose

Frühstück „Alpenrose“ für 12,60 €.

Das Ensemble bestand aus einer abwechslungsreichen und optisch ansprechend präsentierten Mischung aus Bergkäse und Ziegenkäse mit etwas Grünzeug, Schinken und frischem Obst. Beim „Alpenrose“ fand sich auf dem Teller außerdem eine marmeladenartige gelbe Substanz, die nach dem Probieren von Karl-Dieter das Prädikat „überraschend scharf“ bekam. Erste Vermutungen gingen in Richtung Ingwer, aber nach freundlicher Auskunft der Bedienung handelte es sich in Wahrheit um Feigensenf. Karl-Dieter hatte wirklich nichts zu meckern, einzig den Käsesalat quittierte er mit den Worten: „nicht so mein Fall“.

Auch 46halbe konnte sich für ihre Wahl erwärmen:

obstsalat

Obstsalat für 5,90 €.

Der Obstsalat war wirklich frisch und von beeindruckender Größe.

Vielleicht nicht eben gewöhnlich für ein Frühstück, aber angesichts der an diesem Tag schon fortgeschrittenen Uhrzeit unauffällig: Karl-Dieter orderte eine Kartoffelsuppe mit Würstchen und Majoran als Teil der (angeblich) wichtigsten Mahlzeit des Tages.

kartoffelsuppe

Die Kartoffelsuppe für 4,90 €.

Er schätzte sie nach Verzehr als „ziemlich gut“ ein, allerdings sei sie etwas ungesalzen gewesen. Abhilfe brachte der obligatorische Salzstreuer, der bekanntlich auf kaum einem deutschen Restauranttisch fehlt.

Wir haben es an diesem Tag nicht selbst getestet, aber bis 22 Uhr wird warme und kalte Küche angeboten. Angesichts der Kartoffelsuppe, die von Karl-Dieter zusammen mit dem Frühstück „Alpenrose“ genossen wurde, war seine Magenkapazität aber ohnehin ausgereizt. Kein Grund allerdings, nicht noch das Alkoholangebot auszuprobieren:

aperol spritz

Aperol Spritz mit Prosecco für 5,80 €.

Es mag am Alkoholeinfluss gelegen haben, aber nach Genuss des Essens und des obigen Getränks einigten wir uns ohne viel Gerede darauf, dass wir das Preis-Leistungs-Verhältnis als absolut angemessen und die Speisen als sehr zufriedenstellend empfunden haben.

Bleibt noch, unsere sonstige Getränkewahl zu vermerken:

getraenke, warm und kalt

Die anfangs bestellten Getränke: Latte macchiato für 3,90 €, kleiner Maracujanektar (0,2 l) für 3,30 €, Kaffee „Hausmischung“ für 2,60 €.

Die „TTL“ (time to latte) haben wir mangels Aufmerksamkeit nicht exakt bestimmen können, aber die Wartezeit war so kurz, dass sie in keiner Weise negativ auffiel. Generell erwies sich unsere Bedienung als freundlich und schnell. Es unterlief ihr nur ein vernachlässigbarer Fehler, den Karl-Dieter verschmerzen konnte: Statt des bestellten Kännchens wurde nur eine Tasse Kaffee geliefert.

Eine besondere Erwähnung soll noch eine letzte Speise erhalten, die 46halbe genossen hat:

ei im glas

Das Gericht heißt „Eier im Glas“, 4,50 €.

Denn die beiden unter Grünzeugs verborgenen Eier waren von perfekter Konsistenz und rundum wohlschmeckend. Für insgesamt 43,50 € (ohne Trinkgeld) waren wir auf ganzer Linie zufrieden.

Hingehen sollten alle, die gern noch rausfinden wollen, warum sich das Lokal den Untertitel „kulinarische und floristische Spezialitäten“ gegeben hat, die Wert darauf legen, auch laktosefreie Milch oder Sojamilch bestellen zu können, oder die (nicht nur) einen Blick auf die ansehnliche Auswahl der Torten werfen möchten.

Anna Blume (Blick in den Innenraum)

Kollwitzstraße 83, 10117 Berlin-Prenzlauer Berg
Tel. (030) 44 04 87 49

Webseite, übrigens mit der Möglichkeit, einen Gutschein zu bestellen

  1. Diesmal waren 46halbe und Karl-Dieter als Testpersonen unterwegs. []

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Filed under À la carte, Prenzlauer Berg

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